Vier Fäuste für drei Punkte: Harsefelder EC - Altonaer SV 1B 3:7 (1:3, 1:2, 1:2)

In einer äußerst ruppigen Partie besiegte die 1B des ASV am Sonntag zum Saisonabschluss den Harsefelder EC. Bemerkenswert ist dabei weniger das Ergebnis von 7:3, das trotz des nur knappen Hinspielsieges gegen den Tabellenletzten im Rahmen des Erwartbaren lag, als vielmehr die für ein Landesligaspiel absurd hohe Anzahl an Strafmnuten auf beiden Seiten. Am Ende addierten sich diese zu beeindruckenden 140 auf Harsefelder und 80 auf Hamburger Seite.

Der ASV stellte von Beginn an klar, wer der Favorit in dieser Partie war, und setzte die spielerisch unterlegenen Harsefelder unter Druck. Doch wie so oft haperte es an der Chancenauswertung und es gelang den Gastgebern einige Male, mit Kontern gefährlich in das Altonaer Drittel zu kommen. So stand es plötzlich 1:0 für den Harsefelder EC, als Justin Feistle einen dieser Konter mit einem platzierten Schuss abschloss. Doch schon im direkten Gegenzug konnte Altona durch Stefan Tintera ausgleichen: Dennis Scheele feuerte von der Blauen Linie, die Scheibe rutschte dem Harsefelder Keeper durch die Schoner und blieb vor der Linie liegen und Tintera reagierte am schnellsten - das einzige Tor des ASV, das in dieser Partie nicht in Überzahl fallen sollte. Die Führung fiel dann durch Sebastian Kollar, der sich nach Zuspiel hinter das Tor durch Arvid Ottenberg mit einem sehenswerten Solo durch die Harsefelder Abwehr tankte und aus spitzem Winkel von der rechten Seite vollendete. Dennis Scheele erhöhte schließlich in 5:3-Überzahl, als er seinen Blueliner diesmal direkt verwandelte. Mit 3:1 ging es in die Kabine.

Die Gastgeber versuchten spielerische Defizite immer wieder durch Härte auszugleichen und hatten zu diesem Zeitpunkt schon haufenweise Straftzeiten inklusive einer ersten Matchstrafe wegen eines versuchten Kopfstoßes auf dem Konto, doch die Altonaer ließen sich nicht provozieren. Noch nicht. Denn die Disziplinlosigkeiten gingen weiter, es hagelte weiter munter Strafen und gegen Ende des Drittels musste sogar der Harsefelder Trainer wegen fortgesetzter Pöbeleien die Bank verlassen, und gleich drei Harsefelder wanderten mit Disziplinarstrafen in die Kühlbox. Die Altonaer Tore in diesem Drittel gingen auf das Konto von Patrick Triebswetter und Arvid Ottenberg, nachdem Harsefeld zwischenzeitlich durch Iko Rosenbusch in doppelter Überzahl auf 2:3 verkürzt hatte. Triebswetter zog nach einem Pass von Ottenberg in rechter Position von der Blauen ab und traf flach ins linke Eck, und Ottenberg tat es ihm nach Zuspiel von Scheele kurz danach gleich, nur spiegelverkehrt: Er schoss von links und traf unten rechts. Unnötig zu erwähnen, dass beide Tore in Überzahl fielen.

Im dritten Drittel explodierte die im Lauf des Spiels immer weiter aufgeheizte Stimmung schließlich vollends und entlud sich in einer amtlichen Massenkeilerei. Sebastian Kollar setzte sich nach mehrfachen tätlichen Provokationen seines Gegenspielers schließlich hinter dem Harsefelder Tor zur Wehr und beide gerieten sich handfest in die Wolle. So weit, so harmlos - doch wie von der Tarantel gestochen stürzte sich plötzlich die gesamte Harsefelder Bank aufs Eis und auf Kollar. Kevin Perlewitz, nie um einen Fight verlegen, kam seinem Mannschaftskameraden sofort zu Hilfe. Dabei fielen schon die ersten Handschuhe aufs Eis und die Situation eskalierte endgültig, so dass sich schließlich auch die Altonaer Bank geschlossen aufs Eis stürzte und mitmischte. Als die Schiedsrichter und einige besonnene Spieler beider Seiten das Knäuel schließlich wieder entworren hatten, waren beide Kader nach diversen Match- und Disiplinarstrafen arg geschrumpft.

Kurz zuvor hatte Dennis Scheele mit einem Pass von der Blauen Linie in die Tiefe Jens Ehrensberger in Szene gesetzt, der die Scheibe von links ins Netz mogelte. Die letzte Bude war schließlich erneut eine Kooperation der beiden überragenden Topscorer des heutigen Abends - Arvid Ottenberg von der Blauen auf den aufgerückten Dennis Scheele in den Slot, der trocken verwandelte. Dass Harsefeld durch Christian Schaller zum Schluss dann auch noch einmal einnetzen durfte, interessierte da schon kaum mehr jemanden. Außer Schaller.

Ein denkwürdiges Spiel zum Abschluss einer großartigen Saison.


Harsefelder EC - Altonaer SV 1B 3:7 (1:3, 1:2, 1:2)

Tore:
1:0 Feistle (Gast) 9:47
1:1 Tintera (Scheele) 10:26
1:2 Kollar (Ottenberg, Ehrensberger) 16:12
1:3 Scheele (Schaich) 18:04
2:3 Rosenbusch (Paulsen) 24:58
2:4 Triebswetter (Ottenberg) 33:07
2:5 Ottenberg (Scheele) 37:55
2:6 Ehrensberger (Scheele) 40:21
2:7 Scheele 47:20
3:7 Schaller (Lindemann, Behrens) 49:02

Strafen:
Harsefelder EC 80+60 Minuten
Altonaer SV 1B 60+20 Minuten

Zuschauer: ca. 20