Knappe Niederlage nach dramatischer Aufholjagd: Altonaer SV 1B - Salzgitter Icefighters 1B 6:7 (0:3, 1:1, 5:3)

Ein vermurkstes erstes Drittel kostete die 1B des ASV am Samstag Abend den Sieg gegen die Gäste aus der Stahlstadt Salzgitter. In einer an Spannung kaum zu überbietenden Partie kämpfte sich das in Minimalbesetzung mit 9 Feldspielern angetretene Team von Coach Markus Triebswetter nach einem 1:5 Rückstand im 3. Drittel noch auf 5:5 heran, um sich dann den Gästen letztlich doch mit 6:7 geschlagen geben zu müssen.

Die Icefighters waren hoch motiviert in die Hansestadt gereist, konnten sie doch bei einem Dreier noch einen Tabellenplatz gutmachen, während für den ASV auf dem dritten Tabellenplatz weder nach oben noch nach unten mehr Luft war. Vielleicht war es wegen dieser Ausgangslage, dass sich eine gewisse Lässigkeit ins Altonaer Spiel einschlich, dass die Schüsse nicht platziert genug gesetzt, die Gegner nicht konsequent genug attackiert wurden. Am Ende des spielerisch eigentlich weitgehend ausgeglichenen Drittels hatte jedenfalls Salzgitter 3 Hütten auf dem Konto, allesamt Kullertore, bei der weder die Altonaer Verteidigung noch der Goalie Sören Domke besonders glücklich aussahen, während der ASV trotz einiger Chancen ohne zählbares Ergebnis in die Kabine ging.

Im zweiten Drittel fanden die Hamburger schließlich besser ins Spiel und stellten zumindest die Lässigkeit in der eigenen Zone ab, attackierten konsequent, ließen nichts mehr zu und kamen zu vielen eigenen Chancen, doch die Ausbeute ließ weiter zu wünschen übrig. Es war schließlich Jens Ehrensberger, der nach einem Konter über die rechte Seite von Alex Gindorf die Scheibe vors Tor gelegt bekam und diese geschickt mit der Rückhand am Gästekeeper vorbei bugsierte. Altona bekam Oberwasser und drückte weiter, der Anschluss lag in der Luft, doch die Chancenverwertung blieb weiter mager, und so musste man schließlich sogar noch das 1:4 fressen.

Und dann - Vorhang auf für eines der unglaublichsten und spannendsten Drittel, das je auf Stellinger Eis ausgetragen wurde: Zunächst kam es noch dicker für den ASV, als Torben Franke mit seinem zweiten Treffer auf 5:1 für die Gäste erhöhte. Doch dann blies der ASV zur Aufholjagd. Den Startschuss gab Stefan Tintera mit einem kuriosen Treffer ab. Bei Yannick Flohrs halbhohem Schuss vom rechten Bullypunkt nach einem Konter stand er goldrichtig im Slot, so dass die Scheibe von ihm ins Tor abgelenkt wurde - keiner hat genau gesehen, wie es passierte, doch am Ende griff der Salzgitteraner Goalie hinter sich.

Es folgte der Galaauftritt von Sebastian Kollar, der mit zwei wunderbaren platzierten Handgelenksschüssen aus dem Halbfeld, einem von rechts und einem von links, einem nach Pass von Arvid Ottenberg und einem nach Zuspiel von Kapitän Arne Ahrens, den ASV endgültig wieder ins Spiel brachte. Beim Stand von 4:5 sah der Salzgitteraner Coach seine Felle und den vierten Tabellenplatz davonschwimmen und nahm eine Auszeit, um sein Team wieder auf die Spur zu bringen. Doch der ASV legte nach - Jens Ehrensberger verwertete den Rebound eines Blueliners von Dennis Scheele - Ausgleich! Altona war wieder da und wollte das letzte Heimspiel der Saison nach dieser unglaublichen Aufholjagd nun auch mit einem Sieg krönen. Doch die Gäste ließen sich nicht demoralisieren und konterten in der 57. Minute mit einem Doppelschlag innerhalb von nur 7 Sekunden - und keine Minute später war es erneut Jens Ehrensberger, der nach Zuspiel von Alex Gindorf den Anschluss zum 6:7 wiederherstellte.

Nun war es Altonas Coach Markus Triebswetter, der eine Auszeit für sein Team nahm. Bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit kam Torwart Sören Domke vom Eis und machte einem sechsten Feldspieler Platz. Über zwei Minuten lang spielte der ASV nun mit leerem Tor, schließlich wegen einer Strafe gegen Salzgitter auch noch mit 6 gegen 4 Feldspielern, warf alles nach vorne und feuerte ein ums andere Mal aufs Tor - allein, eine weitere Bude wollte nicht fallen.

Und so nahmen die Icefighters die drei Punkte nach diesem epischen Kampf letztlich verdient mit in ihre Stahlstadt, wo sie sogleich am höchsten Schornstein angebracht wurden und fortan die Geschichte dieses irren Spiels in die Norddeutsche Tiefebene verkünden.


Altonaer SV 1B - Salzgitter Icefighters 6:7 1B (0:3, 1:1, 5:3)

Tore:
0:1 Franke (Lindner) 9:38
0:2 Lindner (Franke) 14:58
0:3 Werner (Trompa) 18:02
1:3 Ehrensberger (Gindorf) 24:22
1:4 Reinecke (Trompa) 35:23
1:5 Franke (Trompa) 44:14
2:5 Tintera (Flohr) 45:48
3:5 Kollar (Ottenberg) 46:29
4:5 Kollar (Ahrens) 48:58
5:5 Ehrensberger (Scheele) 53:05
5:6 Werner (Berge) 56:33
5:7 Piaszyk 56:40
6:7 Ehrensberger (Gindorf, Ahrens) 57:42

Strafen:
Altonaer SV 1B 12 Minuten
Salzgitter Icefighters 1B 16+10 Minuten

Zuschauer: ca. 40