Dem Russischen Bären das Fell abgezogen: Molot EC - ASV 1B 5:7 (2:4, 2:2, 1:1)

Erstes Spiel, erster Sieg: Trotz der noch ungeklärten Trainerfrage hat die 1B ihr Auftaktspiel gegen Molot EC gewonnen und steht damit nun vorläufig auf dem zweiten Tabellenplatz der Landesliga Nord.

Nachdem in der letzten Saison zweimal knapp in letzter Minute gegen Molot verloren wurde, platzte nun endlich der Knoten. Schon im ersten Drittel wurde mit vier Toren der Grundstein zum Erfolg gelegt. Das zweite und dritte Drittel waren ausgeglichener, doch dem ASV gelang es, den Vorsprung sicher über die Zeit zu bringen und sich auch in der immer aufgeladeneren Atmosphäre nicht zu unnötigen Strafen provozieren zu lassen. So standen am Ende drei verdiente Punkte.

Der ASV, der von Spielertrainer Markus Triebswetter gecoacht wurde, war von Beginn an die wachere und bessere Mannschaft, während Molot sich auf seinen alten Erfolgen auszuruhen und sich seiner Sache ziemlich sicher zu sein schien, so pomadig und lustlos wie ihr Auftritt wirkte. Der ASV hingegen hatte sich schon nach 10 Minuten mit 2 Toren abgesetzt und damit den Grundstein für den späteren Erfolg gelegt, da dieser Vorsprung nicht mehr hergegeben wurde. Das erste Ausrufezeichen setzte Kevin Schmoock nach vier Minuten mit einem trockenen Handgelenksschuss, den er nach Vorarbeit von Christian Zachariassen in den oberen rechten Winkel drosch. In der 9. Minute erhöhte Dennis Scheele mit einem brachialen Blueliner nach Zuspiel von Ahrens. Hinzu kamen schon in den ersten Minuten zahlreiche Großchancen. So fand sich Lukas Fichtner alleine vor Molot-Keeper Sergej Radowski und war wohl von der Situation überfordert, so dass sein Schüsschen an Radoswki hängenblieb. Kurz darauf machte er es besser und verwandelte das Zuspiel von Zachariassen, nachdem Molot durch Golubev der zwischenzeitliche Anschluss gelungen war. Molot konterte zwar in der 14. Minute durch Ivanovs erneut, doch schon wieder schlug der ASV postwendend zurück. Diesmal machte Zachariassen es selber, als er einen Abpraller von Fichtner abstaubte. Kurz vor Drittelende kam es dann nach einem ungeahndeten Crosscheck von Ivanovs gegen Schmoock zu einer robust ausgetragenen Meinungsverschiedenheit zwischen den beiden, was zu den ersten Strafminuten des bis dain sehr fairen Spiels führte. Mit 4:2 aus Sicht der 1B ging es in die Pause.

Zu Beginn des zweiten Drittels musste der ASV erstmals eine Unterzahl überstehen, nachdem der gerade von der Strafbank aufs Eis zurückgekehrte Schmoock sich nach einem unfairen Check sofort die nächste Strafe fing - die Uhr hatte noch nicht weitergezählt, da ertönte der Pfiff. Damit dürfte der Heißsporn des ASV sich den DEB-Rekord bezüglich verstrichener Zeit zwischen zwei Strafen gesichert haben. Molot kam nun besser ins Spiel und der Anschluss durch Golubev ließ nicht lange auf sich warten, doch diesmal dauerte es keine halbe Minute, bis der ASV durch Kapitän Arne Ahrens den alten Abstand wieder herstellte und deutlich machte, dass man dieses Mal das Eis als Sieger zu verlassen gedachte.

Altona erspielte sich weitere große Chancen, während es Molot nur durch Einzelaktionen gelang, gefährlich vor das Tor des ASV zu kommen. Doch die alte Krankheit der schlechten Chancenausbeute verhinderte eine Vorentscheidung und hielt die Partie bis zum Schluss spannend. So konnte Molot in einer Phase, als Altona mit 3:5 in Unterzahl spielte, erneut auf 4:5 herankommen. Diesmal war es Sebastian Kollar, der mit einem Hammer von der Blauen den alten Abstand wieder herstellte. Dies alles passierte bis zur 30. Minute - die zweite Hälfte des Mitteldrittels bot dann zwar keine Tore mehr, aber weiterhin spektakuläres, leidenschaftliches und für diese Liga hochklassiges Eishockey.

Mit 6:4 ging es in den Schlussabschnitt. Die Partie blieb spannend, doch diesmal kehrte sich die Torreihenfolge um - Kevin Schmoock erhöhte in der 48. Minute den Vorsprung mit einem sensationellen Fernschuss von der Roten Linie, der wie ein Laserstrahl seine Bahn zog und mit einem in ganz Stellingen hörbaren "PLÄNG" in den Winkel einschlug. Molot bäumte sich auf und schaffte kurz vor Schluss noch ein weiteres Tor in Überzahl, doch den hochverdienten Sieg ließen sich die Jungs der 1B nicht mehr nehmen.

Der ASV blieb über die gesamte Partie hoch konzentriert und ließ niemals locker, die Reihen harmonierten trotz einiger Abstimmungsschwierigkeiten für die frühe Saisonphase schon sehr gut und auch den gefürchteten Einbruch, der schon so viele sicher geglaubte Siege in letzter Sekunde zerstört hatte, erlaubte man sich diesmal nicht. Somit gingen die 3 Punkte absolut verdient an Altona, auch wenn Molot erkältungsbedingt auf seinen Superstar Andrej Gorbenko verzichten musste. Wenn die heutige Leistung gehalten werden kann und weiter an der Chancenauswertung gearbeitet wird, kann der ASV dem weiteren Saisonverlauf mit Zuversicht entgegen blicken.


Molot EC - Altonaer SV 1B 5:7 (2:4, 2:2, 1:1)

Tore:
0:1 Schmoock (Zachariassen) 4:01
0:2 Scheele (Ahrens, P.Triebswetter) 8:16
1:2 Golubev (Lappalainen) 10:19
1:3 Fichtner (Zachariassen) 11:08
2:3 Ivanovs (Lappalainen) 13:15
2:4 Zachariassen 14:00
3:4 Golubev (Lappalainen, Ivanovs) 24:06
3:5 Ahrens (P.Triebswetter, Kollar) 24:35
4:5 ??? (Ivanovs, Wiens) 25:38
4:6 Kollar (Scheele, Ahrens) 30:35
4:7 Schmoock 47:57
5:7 Ivanovs 57:11

Strafen:
Molot EC 4 Minuten
Altonaer SV 1B 12 Minuten