AUS-WÄRTS-SIEG! - Weserstars Bremen 3 - Altonaer SV 1B 0:5 (0:1, 0:0, 0:4)

Durch einen am Ende überzeugenden Sieg gegen die bislag ungeschlagenen Tabellenzweiten Bremen Weser Stars hat die 1B des ASV den vierten Tabellenplattz erobert. Zwei Drittel lang mussten die mitgereisten Fans eine Zitterpartie mitansehen. Mit einem hart erarbeiteten 1:0 ging es ins Schlussdrittel, in dem der ASV endlich aufdrehte. 5:0 hieß es am Ende - neben einem lupenreinen Auswärtssieg der erste Shutout der Saison für ASV-Keeper Sören Domke.

DEL-Stimung schon bei der Verlesung der Mannschaftsaufstellung: Der Stadionsprecher schmetterte die Namen der ASV-Cracks und erst recht der Bremer Spieler mit solcher Verve durch den Lautsprecher, dass man bei geschlossenen Augen das Wunderkerzenmeer förmlich riechen konnte. Die - dann doch nur - ca. 20 Zuschauer sahen einen ASV, der von Beginn an Druck machte und zeigte, dass er dieses Spiel unbedingt gewinnen wollte. Eine erste Großchance schon in der ersten Minute durch Patrick Triebswetter, doch sein Schuss aus halblinks wurde vom Bremer Goalie mit der Fanghand heruntergepflückt. Stark auch Yannick Flohr in der 7. Minute - nach einem Haken nach innen feuerte er einen platzierten Handgelenksschuss auf den Winkel, doch auch diesmal war die Fanghand schneller. Wieder einmal war es Kevin Schmoock, der dann schließlich für Zählbares sorgte: In der 12. Minute ballerte Markus Triebswetter in 5-gegen-3 Überzahl von der Blauen knapp am Tor vorbei, doch die Scheibe prallte von der Bande genau auf die Kelle von Schmoock, der sie aus kurzer Distanz unter die Latte hebelte.

Das war zunächst die gesamte Ausbeute, und es sollte für lange Zeit das einzige Tor des Spiels bleiben. Für sehr lange Zeit. Zum Glück für den ASV.

Denn im zweiten Drittel drohte das Spiel plötzlich zu kippen. Den Hamburgern gelang kaum noch etwas, während die Weserstars nun die Altonaer Abwehr ein ums andere Mal in Verlegenheit brachten. Die zweite Reihe, die im letzten Spiel Tore am Fließband produzierte, war nur noch ein Schatten ihrer Selbst. Symptomatisch, dass ausgerechnet der sonst so treffsichere Schmoock zwei Hundertprozenter liegenließ. Die Stimmung auf der Bank näherte sich dem Gefrierpunkt, Flüche, Frust und Klagen übereinander prägten das Miteinander - Gift für die Motivation. Eine ganz kritische Phase, in der ein einziges Gegentor eine Kettenreaktion auslösen und die Moral der Mannschaft hätte pulverisieren können. Doch es gibt ja noch Goalie Sören Domke, der seinem Team in dieser Situation durch einige Glanzparaden vor dem Ausgleichstor bewahrte und den ASV durch dieses kritische Drittel brachte.

Zum letzten Drittel stellte Trainer Chapin Landvogt die Reihen um. Dies und das Selbstbewusstsein, die heikle Phase überstanden und sich heroisch durch dieses kritische Drittel gekämpft zu haben, sorgten für neuen Schwung im Team: nach knapp vier Minuten erlöste Kevin Schmoock die Mannschaft und erhöhte in doppelter Überzahl nach einem Steilpass von Christoph Seifert mit der Rückhand auf 2:0 - nicht ohne zuvor noch einen Verteidiger zu tunneln.

Es war der Anfang vom Ende des Altonaer Powerplay-Traumas, zumindest für dieses Spiel: begünstigt durch die wachsende Undiszipliniertheit der Gastgeber fielen drei der vier Buden dieses Drittels in Überzahl, einer Spielsituation, mit der sich der ASV in den vergangenen Spielen so schwer getan hatte. Schon eine Minute später legte Kevin Perlewitz nach, ebenfalls bei 5 gegen 3: Von Lars Mondry mit einem Sahne-Pass quer vor dem Tor bedient, schlenzte er die Scheibe von rechts aus spitzem Winkel ins kurze Eck.

Der Knoten war geplatzt, der ASV hatte wieder Oberwasser. In der 49. Minute erhöhte Youngster Patrick Triebswetter mit einem Bauerntrick - das einzige Tor des Spiels bei Gleichstand. Triebswetter war es auch, der zum Endstand auflegte, als er in Minute 56 einen Steilpass von Paul Zink an der Blauen Linie direkt auf Kevin Schmoock weiterleitete, der trocken einnetzte: der Sand war aus dem Getriebe geblasen, das Schweizer Uhrwerk der zweiten Sturmreihe griff wieder ineinander.

In den letzten Minuten spielte das Team nur noch für seinen Goalie, um ihm endlich den Shutout zu ermöglichen. Und das gelang - natürlich nicht zuletzt, weil auch Domke mit seinen Paraden seinen entscheidenden Teil zum ersten Nuller der Saison beitrug. Ein letztlich auch in dieser Höhe verdienter Sieg.

Am kommenden Sonntag geht es im direkten Duell um den dritten Tabellenplatz gegen die TuS Harsefeld Tigers.


Weserstars Bremen 3 - Altonaer SV 1B 0:5 (0:1, 0:0, 0:4)

Tore:
0:1 Schmoock (M.Triebswetter) 11:45
0:2 Schmoock (Seifert) 43:58
0:3 Perlewitz (Mondry) 45:05
0:4 P.Triebswetter 48:10
0:5 Schmoock (P.Triebswetter) 55:26

Strafen:
Weserstars Bremen 3 20+40
Altonaer SV 1B 12

Zuschauer: ca. 20