Revanche vertagt: Molot EC - Altonaer SV 1B 7:5 (3:0, 2:2, 2:3)

Nach der unglücklichen Niederlage der 1B im letzten Spiel gegen Molot, in dem der ASV im letzten Drittel einen 2-Tore-Vorsprung verspielte, sollte nun ein Sieg gegen den Tabellenführer her. Doch diesmal war es das erste Drittel, das das Ergebnis verhagelte: Ein 3-Tore-Rückstand konnte trotz zweier starker Drittel nicht mehr aufgeholt werden, so dass es am Ende 7:5 für die Gastgeber stand. Dennoch zeigt das Ergebnis: Die Zeit der zweistelligen Klatschen gegen die Russen ist endgültig vorüber.

In den ersten Minuten schien Molot die Verhältnisse wieder geraderücken zu wollen und nagelte den ASV in dessen Drittel fest. Doch die erste Sturm- und Drangphase der Gastgeber wurde überstanden, und nach und nach befreiten sich die Altonaer Jungs vom Druck. Eine erste Großchance dann für Lukas Fichtner in der 5. Minute: Sein Flachschuss aus halblinks nach einem Konter hatte schon den Weg durch die Schoner von Goalie Sergej Radowski gefunden, prallte dann aber noch an einer Kufe ab.

Es entwickelte sich ein munteres Hin und Her mit Chancen auf beiden Seiten, vielleicht einem leichten Plus für die routinierten Gastgeber. Doch der Altonaer Verteidigung gelang es, die Offensivreihen um Molots Kapitän Andrey Gorbenko weitgehend zu neutralisieren. Die kalte Dusche dann in der 15. Minute: Nach einem verlorenen Bully im Angriffsdrittel schnappte sich Marcel Hampe die Scheibe und ließ nach einem schnellen Konter ASV-Keeper Sören Domke mit einem platzierten Schuss keine Chance. Kurz danach erhöhte Molot durch Olli-Pekka Lappalainen auf 2:0 und schließlich in der 18. Minute sogar das 3:0 durch Arnis Ivanovs.

3 Tore in 3 Minuten nach einem eigentlich ausgeglichenen Drittel - klar, dass die ASV-Spieler nun mit ihrem Frust und ihrer Enttäuschung zu kämpfen hatten und etwas von der Rolle waren. Konsequenterweise nahm Trainer Chapin Landvogt in dieser Situation eine Auszeit, um wieder etwas Ruhe ins Spiel zu bringen. Kurz vor Drittelende hatte Lukas Fichtner noch den Anschluss auf der Kelle, doch die Scheibe landete nach seinem Rückhand-Bauerntrick am Metall.

Etwas geknickt ging es in die Kabine - der hohe Rückstand entsprach eindeutig nicht dem bisherigen Spielverlauf. Chapin Landvogt reagierte und stellte die Reihen um. Mit neuer Aufstellung und dem festen Willen, das Spiel zu drehen, ging es zurück aufs Eis.

Die Umstellung zahlte sich aus: Gleich in der dritten Minute ergab sich die erste Großchance, doch sowohl Patrick Triebswetter als auch Kevin Schmoock schafften es nicht, die nach einem Schuss von Kapitän Arne Ahrens frei vor dem leeren Tor liegende Scheibe unterzubringen. In der 31. Minute machten sie es dann besser, als Triebswetter nach Zuspiel von Ahrens und Schmoock mit einem sehenswerten Handgelenksschuss von halbrechts den ersten Treffer für Altona markierte. Und schon 50 Sekunden später die nächste Hütte für den ASV, als Thomas Hartwig nach einer blitzsauberen Kombination vollendete: Kevin Perlewitz hatte Lars Mondry hinter dem Tor bedient, der leitete sofort auf den frei stehenden Hartwig weiter und dieser musste nur die Kelle hinhalten. 2:3 - der ASV war wieder dran.

Doch in solchen Situationen kann sich Molot auf seinen Kapitän verlassen: Im Alleingang stellte Andrey Gorbenko den alten Abstand wieder her. Großer Jubel, gefolgt von großem Ärger kurz danach bei Altona, als die Scheibe bei angezeigter Strafe gegen die Gastgeber den Weg in die Maschen fand. Doch Sekundenbruchteile zuvor hatten die Schiedsrichter schon abgepfiffen. Sicherlich diskutabel, ob der Pfiff hätte erfolgen müssen - doch die Entscheidung, das Tor daraufhin nicht zu geben, war korrekt und musste geschluckt werden. Zu erwähnen bleibt noch der Check des Spiels, als es Altonas Verteidiger Stefan Tintera gelang, den wendigen Andrey Gorbenko bei einem seiner Konter laut scheppernd aus dem Spiel zu nehmen. Das passiert Gorbenko in dieser Liga eher selten, doch er nahm es mit der ihm eigenen stoischen Ruhe.

Mit 2:5 ging es ins letzte Drittel, in dem Altona auf den verletzten Thomas Hartwig verzichten musste. Immer noch waren drei Tore aufzuholen. Und um es gleich vorwegzunehmen: die fielen auch - leider aber traf auch Molot zweimal, so dass es am Ende nicht reichte.

Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, der sich auch in der Torreihenfolge wiederspiegelte: Zunächst stocherte Yannick Flohr nach Pass von Christian Zachariassen die Scheibe über die Linie, doch erneut gelang es Molot, den alten Abstand wieder herzustellen. Und so ging es weiter - der ASV befreite sich nach einem Angriff von Molot aus dem eigenen Drittel, Patrick Triebswetter spielte steil auf den gestarteten Kevin Schmoock, der das Ding humorlos in den Winkel drosch, dann erneut Schmoock mit einem spektakulären Rückhandtreffer und zwischendurch wieder Molot. In den letzten 90 Sekunden spielte der ASV ohne Keeper Sören Domke und wegen einer Strafzeit gegen Molot mit 6 gegen 4 Feldspielern, doch es reichte nicht - letztlich konnte der Rückstand aus dem ersten Drittel trotz großartigen Kampfes der ganzen Mannschaft nicht mehr aufgeholt werden. Zu schaffen machte auch eine eklatante Überzahlschwäche - nicht nur konnte man zahlreiche Powerplays, darunter zwei 5-gegen-3-Situationen, nicht verwandeln, auch zwei Gegentreffer kassierte man in Überzahl. Doch insgesamt bestätigt die Leistung in diesem Spiel den Aufwärtstrend, auf dem sich die 1B seit geraumer Zeit unter Trainer Chapin Landvogt befindet.

Im heutigen Spiel gegen den Tabellenvorletzten Harsefelder EC sind nun alle heiß auf den nächsten 3er.

Molot EC - Altonaer SV 1B 7:5 (3:0, 2:2, 2:3)

Tore:
1:0 Hampe (Ivanovs) 14:16
2:0 Lappalainen (Gorbenko) 15:53
3:0 Ivanovs (Golubev, Hampe) 17:33
3:1 P.Triebswetter (Ahrens, Schmoock) 30:20
3:2 Hartwig (Mondry) 31:08
4:2 Gorbenko (Eltsov, Salmin) 31:57
5:2 Gorbenko 35:07
5:3 Flohr (Zachariassen) 44:13
6:3 Salmin (Gorbenko) 45:53
6:4 Schmoock (P.Triebswetter) 49:58
7:4 Golubev (52:11)
7:5 Schmoock (Flohr) 57:27

Strafen:
Molot EC 18
Altonaer SV 1B 2

Zuschauer: 40