An der Sensation geschnuppert: Freibeuter Rostock - ASV 1b 7:4

2 Drittel lang durfte die 1b des ASV von der Sensation träumen: Mit einer außerordentlich starken Leistung wurde den vermeintlich haushohen Favoriten aus Rostock ein 4:7 abgetrotzt. Im ersten Drittel hatte Altona sogar schon mit 2:0 und 3:1 geführt. Ein ganzes Drittel hatte man am ersten Sieg gegen die scheinbare Übermacht von der Warnow geschnuppert, und auch nach dem 2. Drittel war beim Stand von 4:3 für die Gastgeber noch alles drin, doch am Ende verhinderten unnötige Tore, zu viele Strafen und die größere Routine der Gegner die Überraschung.

Schon in der dritten Minute ging der ASV durch Timo Kantereit in Führung, der nach einem Schuss von Thomas Hartwig den Rebound verwertete. Das 2:0 besorgte keine 30 Sekunden später Lukas Fichtner, der in Überzahl mit einem Querpass von Yannik Flohr bedient wurde und aus halblinker Position einnetzte. Doch schon im direkten Gegenzug musste man das Anschlusstor der perplexen Rostocker hinnehmen - ein frustreierter Gewaltschuss trudelte Torwart Sören Domke unglücklich über die Schulter. Der ASV setzte aber weiter äußerst diszipliniert die taktischen Vorgaben von Trainier Chapin Landvogt um, ließ vor dem eigenen Tor nichts anbrennen und suchte seine Konter, wobei man sich einige Male gut befreien und die Rostocker in deren Drittel unter Druck setzen konnte. Die Belohung war in der 19. Minute das 3:1 in Überzahl durch Janek Schubert, der von Paul Zink bedient wurde. Das Tor war ein ein Déja vu der vorangegangenen Hütte, wieder Querpass, wieder Schuss aus halblinks - doch leider galt das auch dafür, dass erneut der Rostocker Anschlusstreffer im direkten Gegenzug fiel. Mit 3:2 und stolz geschwellter Brust ging es in die Kabine.

Ein Drittel gegen Rostock gewonnen, die Sensation zum Greifen nahe - doch allen war klar, dass es noch eine Steigerung geben musste, wenn man eine Chance haben wollte, die Punkte mitzunehmen.

Im 2. Drittel stand der ASV weiter sehr diszipliniert in der eigenen Zone, doch der Zug zum Tor schwächte sich ab. Yannik Flohr schnappte sich die Scheibe in der Ecke und scheiterte aus spitzem Winkel am Rostocker Goalie, CP König feuerte demselben einen Blueliner auf die Maske, Lars Mondry verfehlte den Winkel und Janek Schubert scheiterte an den Schonern, doch die Scheibe fand nicht den Weg in die Rostocker Maschen. Auf der anderen Seite stand die blaue Mauer vor dem eigenen Tor, die beiden Rostocker Treffer in diesem Drittel fielen erneut durch Einzelaktionen oder Gestocher vor dem Tor und ebenso wie im ersten Drittel nicht duch gute Kombinationen. Das Drittel ging 2:0 verloren, doch noch war alles drin.

Das Schlussdrittel begann wieder ausgeglichen, wobei „ausgeglichen“ bedeutet, dass Rostock mit gefühlten 90 Prozent Puckbesitz auf der Außenbahn des Hamburger Drittels wirbelte, der Slot aber fest in Altonaer Hand blieb, was durchkam vom überragenden Domke entschärft wurde und der ASV sich weiterhin mit guten Kontern immer wieder befreite. Doch in der 48. und 51. Minute musste man durch einen Bauerntrick und einen Schuss von der blauen Linie, der Domke unglücklich durch die Schoner rutschte, einen Doppelschlag hinnehmen.

Mit 3 Toren Rückstand ging es in die Schlussphase. Diese war von großer Hektik und vielen Strafzeiten geprägt. Die erste Schlägerei entstand, nachdem Yannik Flohr einem Rostocker Stürmer sehr rustikal sein Missfallen über dessen Attacke auf Keeper Domke kundgetan hatte, die nächste nach einem Kopfstoß eines Rostockers gegen Patrick Triebswetter. Das Ergebnis: Disziplinarstrafe für Arne Ahrens, Match- und Disziplinarstrafen gegen Rostock sowie diverseste kleine und große Strafen gegen beide Teams. Während des gesamten restlichen Spiels standen nicht wieder 5 gegen 5 Spieler auf dem Eis. Altona musste zunächst einen Shorthander hinnehmen und konnnte schließlich durch Thomas Hartwig, der von Markus Triebswetter mit einem überlegten Pass von hinter dem Tor bedient wurde, noch das 4:7 erzielen.